Zwischen Magie und Melancholie

Freitags. Die fünf Bandmitglieder Denise Cassim (Gesang & Lyrics), Jeremy Iskandar (Gitarre), Matthias Oberritter (Gitarre/Sounds), Christiane Auert (Bass) und Jan Friedrichs (Schlagzeug) betreten abends ihren Proberaum in Köln Ehrenfeld, um in eine Welt der Inspiration und Kontemplation einzutauchen.

Ausatmen. Entschleunigen. Loslassen.

Das Wochenende wird gebührend eingeläutet, der Alltag verschwimmt mit jedem Ton. Der Raum wird geflutet von Einfallsreichtum, der sich in stundenlangen Jams manifestiert, um Songs entstehen zu lassen, die der herkömmlichen Norm trotzen. Keine Zwänge. Frei sein.

Man verpflichtet sich nur der eigenen Schaffenskraft, des Über-Sich-Hinauswachsens und der Verwirklichung musikalischer Paläste – angelehnt an die musikalische Ära der Konzeptalben.

Soundgeflechte und melancholische Klangfarben, die zum Schwelgen, ja fast schon zum Meditieren einladen, werden gerne durchbrochen von Jans härteren rockigeren Rhythmen, Christianes melodischen Basslinien und Jeremys virtuosen Gitarrensoli. Doch die Melancholie bleibt. Die Songtexte stimmen nachdenklich. Denises Gesang behält fortwährend seine emotionale Kraft. Der Alltag mit seinen gesellschaftlichen Zwängen, Verunsicherungen und Veränderungen echot doch noch in diesem Raum. Er findet im kreativen Prozess sein Ventil.

2020

DAS Jahr läutet eine neue Ära ein, in der EPIC RIVER aus dem Proberaum in die Welt tritt.

Sechs Songs sind fertig arrangiert und füllen knapp eine Stunde aus:
 

Beyond [Lyrics]
Conqueror [Lyrics]
The Beast in the Sky [Lyrics]
Lost in Sound [Lyrics]
Shame [Lyrics]
Suppressed [Lyrics]


Im Februar 2020 wird der erste Song Beyond auf Soundcloud veröffentlicht.

Der minimalistischste Song bisher, dessen Qualität im langsamen, aber steten Aufbau liegt:

 

Das großartige Gitarrenintro von Matthias saugt den Zuhörer in die melancholische Atmosphäre. Der Gesang wird von Strophe zu Strophe immer stärker von seinem Text berührt. Er sucht Antworten auf die Fragen: Was bleibt übrig, wenn der Mensch sich selbst vernichtet? Gibt es noch Hoffnung? Die verzweifelte Suche und die ernüchternde Antwort werden unterstützt durch den durchdringenden Bass und das immer stärker antreibende Schlagzeug.

Ein epischer Song, der zum Schwelgen und Reflektieren einlädt.
HIER DER LINK ZUM VOLLSTÄNDIGEN SONG

Der Weg

Bis zur jetzigen Besetzung von EPIC RIVER bedurfte es jedoch einiger Jahre.
2014 schaltete Matthias die Annonce, die alles ins Laufen brachte.

Er stellte sich einen Zusammenschluss von Musikern vor, die nicht nur musikalisch auf Augenhöhe sein sollten, sondern auch menschlich. Rockig sollte die Musik sein, melodisch und vor allen Dingen melancholisch. Platz für Experimente sollte es geben, Raum für Wachstum, die in arrangierten Songs münden sollten.

„Endlich Musik machen, die man auch selber gerne hört!“

Dem Melodischen Progressive Rock sollte sich die Band verschreiben mit der Möglichkeit über den Tellerrand hinausschauen zu dürfen, inspiriert durch Größen wie Pink Floyd, Steven Wilson, Anathema, Pinapple Thief und Portishead.

Jeremy war der Erste, der dem Ruf folgte. Gemeinsam bildeten sie den Grundstein von EPIC RIVER. Jeremy und Matthias, zwei Gitarristen und studierte Musikwissenschaftler, die, anstatt sich rivalisierende Battles zu liefern, ein sich forderndes und förderndes Duo bilden. Jeremys Schwerpunkt liegt dabei auf den Gitarrensoli, während Matthias sich auf die Melodien und Harmonien fokussiert. Wie Matthias er gerne ausdrückt: “Ich lege oft den Grundstein. Jeremy macht daraus einen Edelstein.”

Nach zahlreichen Jam-Sessions in denen die Ideen für Songs wie The Beast in the Sky und Shame entstanden, gesellte sich im April 2016 Jan, der Schlagzeuger, zu dem Projekt, das bis dahin noch immer keinen Namen trug.

Erst im Oktober 2016 wurde die Band EPIC RIVER geboren und bekam im Dezember 2016 ihre Stimme und ihre Worte durch Denise. Komplettiert wurde die Band in der jetzigen Konstellation 2019 mit Christiane am Bass.

Die Magie

Alle ‚First-Contact-Begegnungen‘ der jetzigen Bandmitglieder hatten diesen einen magischen Moment inne. Dieses Gefühl, dass es einfach sofort und ohne Zweifel menschlich und musikalisch passt!

Matthias, Jeremy, Jan, Denise und Christiane haben sich gefunden. Sie sind EPIC RIVER!

Die Mitglieder sind alle erfahrene Musiker, die abseits des Melodischen Progressive Rocks jahrelange Band-Erfahrungen gesammelt haben. Von World Music über Indie-Rock, Punk und Metal bis zu Jazz und Funk. Ein Erfahrungsreichtum, der beflügelt und gerne musikalische Grenzen sprengt. Funkiger Bass wird abgelöst vom proggigen 7/8 Takt. Rockige ‚Kopfnicker-Elemente‘ eingebettet in getragenem Gesang. Irre Gitarrensoli gefolgt von verträumten Melodien. Mal minimalistisch, mal opulent. Es wird improvisiert und arrangiert. Überraschungen sind dabei vorprogrammiert, jedoch nichts für schnelllebige Hörgewohnheiten der Streaming-Dienste. Schon allein, weil die Songs die 3:30 Minuten Radiolänge sprengen und nicht für das unbewusste Konsumieren konzipiert werden.  

Das E-Team

Großes Glück hat EPIC RIVER auch außerhalb des Bandproberaums. Die fünf Bandmitglieder können als Team nämlich auch autark im öffentlichen Raum agieren:

Christiane ist als diplomierte Grafik-Designerin sowohl beruflich für TV und Marketing als auch für die Band tätig.

Matthias ist Musikwissenschaftler, Ethnologe und Programmierer. Er programmiert alles was die Band benötigt, mixt/mastert die Songs und kümmert sich um die Homepage.

Janist Film- und Videoeditor für’s Fernsehen und bei EPIC RIVER verantwortlich für alle bewegten Bilder.

Jeremy ist Lehrer für Geschichte, Musik und Medienkompetenz und unterstützt

Denise, Kulturwissenschaftlerin, Dozentin für Sprachen / Sprachinfluencerin, beim Social-Media-Auftritt der Band sowie beim Schreiben jeglicher Texte.

Spannend ist die Band-Zusammensetzung auch im Hinblick auf ihre Internationalität, bedenkt man, dass Jeremy halb Indonesier und Denise halb Italienerin und halb Süd-Afrikanerin ist. Zudem ist es für eine Rockband nicht selbstverständlich, dass das Geschlechterverhältnis ziemlich ausgeglichen ist und demokratische Abläufe dominieren. Das macht EPIC RIVER zu einer besonders facettenreichen Band, die damit die ursprüngliche Vision von Matthias sogar übertrifft.

Die Vision

Matthias hat eine Band initiiert, die sich hervorragend sowohl musikalisch als auch als Team hinter den Kulissen ergänzt sowie menschlich einen herzlichen, freundschaftlichen Umgang pflegt. Ihre musikalische und berufliche Vielfalt sticht dabei besonders hervor und spiegelt sich im kreativen Schaffen wider.

Geduld zahlt sich aus!
 

Epilog

Es scheint, als sei die Bandgründungsgeschichte sehr glatt und gradlinig verlaufen, jedoch gab es viele Einbahnstraßen, Kreuzungen und Kreisverkehre.
In den Jahren waren auch andere Musiker mit am Werk gewesen, die kurz hineinschnupperten oder sogar eine Zeitlang blieben. Alle Begegnungen waren fruchtbar. Denn auch diese Musiker leisteten einen großen oder kleinen Beitrag für das Fortschreiten des Projekts EPIC RIVER.
Viele absurde, lustige und skurrile Anekdoten haben sich in den Jahren der Bandgründung angesammelt, bis sich die jetzigen festen Mitglieder fanden.

Doch dies sind andere Geschichten, die an einem anderen Ort ihren Platz finden werden.